Genaue Messdaten durch Auflage des lokalen Verwaltungsrats
Der errechnete Jahresheizwärmebedarf für ein hydraulisches Heizsystem betrug 56.700 Kilowattstunden. Tatsächlich haben die Infrarotheizungen in den sechs Wohnungen durchschnittlich 19.000 Kilowattstunden verbraucht. Das entspricht einem Verbrauch von 29 Kilowattstunden pro Quadratmeter statt der erwarteten 86 Kilowattstunden – eine Einsparung von 66 Prozent.
Dass die Langzeitdaten vorliegen, ist einer Auflage des zuständigen Verwaltungsrats zu verdanken: Es hatte der Eigentümerfamilie Annen vor 16 Jahren eine Sondergenehmigung für die Infrarotheizung erteilt. Bedingung war allerdings, dass in jeder Wohnung ein Zähler installiert wird, um den Stromverbrauch zu kontrollieren.
Bedarfsorientierte Strahlungswärme senkt Energiebedarf
Die Verbrauchssenkung ist aus Sicht von elio und Oekoswiss auf verschiedene Faktoren zurückzuführen: „Die Strahlungswärme der Heizkörper wird als angenehm empfunden und die gewünschte Temperatur ist schnell erreicht. Es wird nur geheizt, wenn es wirklich nötig ist. Vor- und Nachlaufzeiten wie bei wassergeführten Systemen und der damit verbundene Energieverbrauch entfallen“, sagt Roger Heller, Geschäftsführer der Oekoswiss Energy AG.
Hinzu kommen Vorteile wie eine optimale Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60 Prozent in den Räumen und der geringe Wartungsaufwand: „Seit unserem Einzug vor 15 Jahren mussten lediglich drei Relais in den Elektrokästen ersetzt werden, weitere Wartungsarbeiten waren nicht nötig“, sagt Eigentümer Walter Annen.
Das Gebäude wurde 2007 errichtet und verfügt über sechs Wohnungen mit einer Gesamtwohnfläche von 660 Quadratmetern, die Gebäudehülle entspricht dem damaligen Mindestbaustandard. Das einschalige Mauerwerk und das Dach haben eine 16 cm starke Außendämmung. Die Fenster sind zweifach verglast, eine kontrollierte Wohnraumlüftung ist nicht vorhanden.
Photovoltaik deckt 50 Prozent des Heizwärmebedarfs
Die Installation einer Photovoltaikanlage mit 40,32 Kilowatt Leistung im Jahr 2019 ermöglichte es, den Großteil des benötigten Stroms für die Infrarotheizungen auch im Winter abzudecken: Der Netzbezug für die Infrarotheizung liegt bei 9.165 kWh, während die übrigen 9.697 kWh von der PV-Anlage auf dem Dach abgedeckt werden konnten. Gemessen am Gesamtjahr übersteigt die Stromerzeugung der PV-Anlage den Heizenergiebedarf um fast 100 Prozent.
Beispiel Wärmeversorgung anhand einer Beispielwohnung
Die Wohnung von Walter Annen hat 3,5 Zimmer sowie eine Fläche von 110 Quadratmetern. In dem 46 Quadratmeter großen Wohnraum mit offener Küche sind drei Infrarotheizungen installiert. Weiterhin sind im Schlafzimmer, Arbeitszimmer und Badezimmer sowie auf dem Flur jeweils eine Infrarotheizung montiert.
Für die Erwärmung des Dusch- und Trinkwassers ist hier, wie in den anderen Wohnungen auch, ein Elektroboiler mit drei Kilowatt Leistung in Betrieb. Dazu gehört ein 300-Liter-Warmwasserspeicher.
Grafik: Langzeit-Monitoringdaten Mehrparteienhaus Lauerz
Quelle: elio GmbH / Oekoswiss Energy AG
Grafik: Energiebilanz Mehrparteienhaus Lauerz - Gegenüberstellung Heizwärmebedarf und PV-Deckung
Quelle: elio GmbH / Oekoswiss Energy AG

Außenansicht Mehrparteienhaus Lauerz mit Photovoltaik auf dem Dach
Foto: elio / Thomas Lienhard

Infrarotheizungen im Wohn- und Essbereich
Foto: elio / Thomas Lienhard
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Walter Annen (Hausbesitzer) im Gespräch mit Dirk Bornhorst (Gesellschafter der elio GmbH)
Foto: elio / Thomas Lienhard

Infrarotheizung im Wohnzimmer
Foto: elio / Thomas Lienhard

Vogelperspektive Mehrparteienhaus Lauerz mit Photovoltaik auf dem Dach
Foto: elio / Thomas Lienhard

Ladestation für das E-Auto in der Garage
Foto: elio / Thomas Lienhard
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